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Spurenstoffe im Regen- und Mischwasserabfluss
Veranstaltungsdatum:  26. Oktober 2017
Anmeldeschluss:  19. Oktober 2017

Lebensstil und Wirtschaftsweise moderner Industriegesellschaften sind untrennbar mit dem Einsatz tausender künstlich hergestellter chemischer Substanzen verbunden, die u.a. in Waschmitteln, Körperpflegemitteln, Arzneimitteln, Pflanzenschutzmitteln, Bioziden und Industriechemikalien enthalten sind. Mit der Herstellung und Verwendung einer wachsenden Zahl solcher Substanzen geht aber auch deren Eintrag in die Umwelt einher, wo sie als Spurenstoffe, auch Mikroverunreinigungen genannt, detektiert werden. Viele dieser Stoffe wirken nachweislich schädlich auf Ökosysteme und Menschen. Weitere stehen im Verdacht derartig zu wirken und eine große Anzahl dürfte weder bekannt noch untersucht sein.

In der Fachwelt wie auch in Gesellschaft und Politik wird die Belastung der aquatischen Umwelt durch anthropogene Spurenstoffe in Abwassereinleitungen zunehmend diskutiert. Durch den laufenden Ausbau von kommunalen Kläranlagen zur gezielten Elimination von Spurenstoffen gehen in Baden-Württemberg deren Einträge in die Gewässer stetig zurück.

Neuere Untersuchungen belegen jedoch, dass kritische Substanzen zu einem erheblichen Teil auch über Regen- und Mischwassereinleitungen in die Gewässer gelangen. Im Sinne einer ganzheitlichen Strategie zur Minderung der Umweltbelastung müssen diese Austragspfade gleichberechtigt mit dem Austrag über die Kläranlagen betrachtet werden. Der Zufallscharakter von Regenereignissen und die ausgeprägte Dynamik des Abfluss- und Transportgeschehens machen die Erfassung dieser Stoffströme allerdings in jedem Einzelfall zu einer großen Herausforderung.

Die im Rahmen eines Dialogs zwischen den beteiligten Kreisen im ersten Halbjahr 2017 erarbeitete „Spurenstoffstrategie des Bundes“ fordert verstärkte Anstrengungen zur Untersuchung von regenbedingten Spurenstoffströmen und zur Entwicklung von Behandlungsmaßnahmen sowie einen umfassenden Erfahrungsaustausch, der die Ergebnisse allgemein verfügbar macht. Diesen Appell in Verbindung mit der aktuell laufenden Überarbeitung des einschlägigen technischen Regelwerks nehmen wir zum Anlass, unser diesjähriges Kolloquium dem Thema Spurenstoffe in Regen- und Mischwasserabflüssen zu widmen.

Die Veranstaltung findet erstmals unter dem neuen Namen „Abwasserkolloquium“ statt. Das Konzept bleibt jedoch unverändert. „Markenzeichen“ der Tagungen ist weiterhin der intensive Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis.

Wissenschaftliche Leitung
Dr. Harald Schönberger
Dr. Ulrich Dittmer
Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft (ISWA)
der Universität Stuttgart


Veranstaltungsort:  Max-Planck-Institut für Festkörperforschung
Hörsaal 2 D 5 (EG)
Heisenbergstraße 1
70569  Stuttgart (Büsnau)

Veranstalter: 

Forschungs- und Entwicklungsinstitut für Industrie- und Siedlungswasserwirtschaft sowie Abfallwirtschaft e.V. (FEI)


Anmeldung:  Renate Schill
Telefon: 0711 / 685-63711
Fax: 0711 / 685-63729
E-Mail: 

Verweise: