Arbeitsbereich Abwassertechnik
Leiter des Arbeitsbereichs:
Unser Arbeitsbereich Abwassertechnik lehrt, forscht und berät auf dem vielfältigen Gebiet der kommunalen Abwasserreinigung.
Schwerpunkte unserer Tätigkeit sind die akademische Ausbildung der Studierenden der Siedlungswasserwirtschaft, die Erforschung aktueller Fragen der Abwassertechnik, die Aus- und Weiterbildung von Betriebspersonal für Kläranlagen sowie die unabhängige Beratung von Anlagenbetreibern und Ingenieurbüros in allen Fragen des Betriebs und der Planung von Kläranlagen.
Ziel unserer Ausbildungs-, Beratungs-, Forschungstätigkeit ist es, einen nachhaltigen Gewässerschutz unter Beachtung ökonomischer Gesichtspunkte zu erreichen. Wesentliche Entwicklungen der Abwasserreinigung in Deutschland wurden von unserem Arbeitsbereich geprägt. Beispielsweise fanden hier 1982 die ersten Versuche zur Abtrennung von belebtem Schlamm mit Membranen statt. Dieses Verfahren hat zunehmend an Bedeutung gewonnen. In Forschungsprojekten beschäftigen wir uns mit dem Einsatz der Membrantechnik zum Rückhalt von pathogenen Keimen und organischen Spurenstoffen.
Neben der Verbesserung der Reinigungsleistung von Abwasseranlagen erarbeiten und erproben wir Strategien für den zukünftigen Umgang mit Energie und Stoffströmen in Siedlungsgebieten. Ansätze zur Schließung von Energie- und Stoffströmen sind sowohl Gegenstand der Grundlagenforschung als auch der angewandten Forschung. Aktuelle Forschungsthemen sind die Erzeugung sekundärer Energieträger wie Wasserstoff aus Abwässern oder die Rückgewinnung von Wertstoffen, beispielsweise Phosphor, aus Klärschlämmen.Aber auch die tägliche Abwasserpraxis betreffende Problemstellungen beschäftigen uns, so zum Beispiel die Auswirkungen von Fremdwasser auf den Kläranlagenbetrieb oder die Optimierung der Phosphorelimination. Hierzu bieten wir Konzepte und Lösungsvorschläge an. Darüber hinaus betreibt der Arbeitsbereich ein zertifiziertes Testfeld zur Prüfung von Kleinkläranlagen nach DIN EN 12566-3 und den Anforderungen des Deutschen Institut für Bautechnik.
Wir führen auch zahlreiche Aus- und Weiterbildungen für in- und ausländische Abwasserfachleute durch. Langfristiges Ziel der Schulungen ist, dass auch ausländisches Klärwerkspersonal den in Deutschland bewährten Ausbildungsstand erreicht. Denn das sich stetig verbessernde technische Niveau ausländischer Kläranlagen kann nur durch entsprechend qualifiziertes Personal optimal genutzt werden. Diese Ausbildung ist auch hinsichtlich der Erschließung neuer Märkte für deutsche Unternehmen von großer Bedeutung, da im Rahmen solcher Schulungen vorwiegend deutsche Technologien eingesetzt werden.
Forschungsschwerpunkte:
- Membranverfahren zur Abwasseraufbereitung und Wasserwiederverwendung
- Elimination organischer Spurenstoffe
- Einsatz der Brennstoffzellentechnologie auf Kläranlagen
- Biogene Wasserstoffproduktion
- Prozess- und Anlagenoptimierung
- Nährstoff-Rückgewinnung aus Klärschlämmen
- Behandlung von Prozesswässern aus der Schlammbehandlung
- Festbettverfahren zur biologischen Abwasserreinigung
- Fremdwasser auf kommunalen Kläranlagen
- Verfahren zur Hygienisierung von Abwasser
- Dezentrale Abwasserbehandlungsverfahren
- Konzepte zur integrierten Siedlungswasserwirtschaft
Ausstattung:
Der Arbeitsbereich Abwassertechnik verfügt über eine stattliche Anzahl an Labor- und Online-Messgeräten. Mit den Laborgeräten werden routinemäßig Abwasser- und Schlammanalysen durchgeführt, aber auch Partikelgrößenuntersuchungen sind mit Hilfe eines automatischen Bildanalysesystems möglich. Einige der Online-Geräte sowie einige automatische Probenehmer können auch von externen Nutzern angemietet werden.
Interessenten richten ihre diesbezüglichen Anfragen bitte per E-Mail oder Telefon entweder an
Herrn Dipl.-Ing. Carsten Meyer oder an Herrn Dipl.-Ing. Peter Maurer.
| Online-Meßgeräte (Auswahl) | Anzahl |
|---|---|
| ADI 2015 der Fa. Metrohm zur kontinuierlichen Bestimmung der Säurekapazität, org. Säuren und Ammonium | 3 |
| PHOSPHAX-Prozessphotometer zur kontinuierlichen Bestimmung von Orthophosphat (Dr. B. Lange) | 3 |
| NITRAX-Prozessphotometer der Fa. Dr. B. Lange zur kontinuierlichen Bestimmung von oxidiertem Stickstoff NOx ohne Einsatz von Reagenzien (davon 1 Gerät zum direkten Einsatz im Belebungsbecken) | 6 |
| AMTAX-Prozessphotometer zur kontinuierlichen Bestimmung von Ammonium (Dr. B. Lange) | 4 |
| Laborgeräte (Auswahl) |
|---|
| Viskosimeter System Visco 88 der Firma Bohlin mit einer Doppelspalt – Messeinrichtung zur Messung von niedrigviskosen Flüssigkeiten sowie zugehöriger Ansteuerungs- und Auswertungssoftware |
| Destillationseinheit Büchi 322 mit dazugehörigem Steuergerät Büchi 343 und Aufschlussapparatur Büchi 430 zur Bestimmung des Kjeldahlstickstoffs (TKN) im Abwasser und Schlamm nach EN 25663 - H 11 |
| Analyseneinheit zur automatischen CSB-Bestimmung nach DIN 38409, Teil H 41/1 mit dazugehörigem Steuergerät (Titroprozessor 672 der Fa. Metrohm) für Abwasser und Schlamm |
| Analyseneinheit zur automatischen CSB-Bestimmung nach DIN 38409, Teil H 41/1 mit dazugehörigem Steuergerät (Titrino GRD 751 und Probenwechsler 730 der Fa. Metrohm) für Abwasser und Schlamm |
| Analyseneinheit zur Bestimmung des gesamten organisch gebundenen Kohlenstoffs (TOC) nach DIN 38409 - H 3-1 (Gerät der Fa. IDC mit automatischem xyz-Probengeber) |
| Analyseneinheit zur Bestimmung des gesamten organisch und anorganisch gebundenen Kohlenstoffs (TOC + TIC) nach DIN 38409-H3-1 und des gesamten gebundenen Stickstoffs (TNb) nach DIN 38409 H27 aus der flüssigen Phase simultan mit einem Aufschluss, zusätzlich ein Feststoffmodul zur Bestimmung des TC und des TOC von Feststoffen (Gerät der Fa. IDC mit automatischem xyz-Probengeber). |
| Analyseneinheit zur Bestimmung des gesamten organisch gebundenen Kohlenstoffs (TOC) nach DIN 38409 - H 3-1 der Firma Analytik Jena |
(Jeweils 1 Gerät vorhanden)
| Automatische Probenahmegeräte (Auswahl) | Anzahl |
|---|---|
| Temperierte Probenehmer verschiedener Hersteller (Bühler, Bühler-Montec, E+H ...) | 4 |
| Kanalprobenehmer | 2 |