Per- und Polyfluoralkylsubstanzen (PFAS) sind aufgrund ihrer Persistenz, Mobilität und potenziellen Risiken für die menschliche Gesundheit zu einem dringenden globalen Problem geworden. Verbindungen wie Trifluoressigsäure (TFA) werden mittlerweile in Oberflächengewässern, Grundwasser und sogar in aufbereitetem Trinkwasser in ganz Deutschland (Abb. 1) und weltweit nachgewiesen. Die Bekämpfung dieser „ewigen Chemikalien“ bekommt in der Forschung und Innovation immer größere Bedeutung.
Seit August 2025 arbeitet die Abteilung TUC am Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte und Abfallwirtschaft (ISWA) mit der instrAction GmbH und der Carbonit GmbH zusammen, um fortschrittliche Materialien zur Entfernung von PFAs aus Trinkwasser zu evaluieren. Die Studie konzentriert sich auf vier repräsentative Verbindungen als Worst-Case-Szenario:
PFOA (Perfluoroctansäure)
TFA (Trifluoressigsäure)
PFHxA (Perfluorhexansäure)
PFBS (Perfluorbutansulfonsäure)
Innovative Filterpatronen, die von den beiden Partnerunternehmen auf Basis von technischer Aktivkohle und selektiven Absorberharzen entwickelt wurden, werden derzeit als Point-of-Use-Behandlungslösungen (POU) getestet. POU-Systeme sind besonders wertvoll in Regionen, in denen die zentrale Aufbereitung unzureichend sein kann oder bei der Verteilung Verunreinigungen auftreten können. In Industrieländern wie Deutschland und den Vereinigten Staaten gewinnen sie zunehmend an Bedeutung, mit dem Ziel, Versorgungsunternehmen und Haushalte vor PFAS und Schwermetallen zu schützen.
Das Projekt wird von Dr.-Ing. Behnam Askari Lasaki unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Harald Schönberger und Prof. Patrick Bräutigam geleitet. Die Ergebnisse werden genutzt, um die Entwicklung kostengünstiger und leistungsstarker Filtertechnologien für sichereres Trinkwasser zu unterstützen.