Verbund - DAS: DiBiAS

6. Oktober 2023 / Rebecca Haase

Digitales Bildungsmodul für interdisziplinäre Anpassungsstrategien in der Siedlungswasserwirtschaft an Klimawandelfolgen

Der Klimawandel beeinflusst auf unterschiedliche Weise die Siedlungswasserwirtschaft, sei es durch vermehrte Starkniederschläge, die aus dem Siedlungsraum möglichst schadlos abgeführt werden müssen, oder länger anhaltende Trockenperioden, die zu großen Bedarfsspitzen bei der Trink- und Bewässerungswasserversorgung führen. Stärker ausgeprägte Niedrigwassersituationen bis hin zum Trockenfallen kleinerer Gewässer erhöhen die Vulnerabilität der Gewässerökosysteme und stellen deshalb erhöhte Anforderungen an die Regenwasserbewirtschaftung und die Abwasserbehandlung. Die damit verbundenen Probleme wirken sich regional und meist auf alle Teildisziplinen der Siedlungswasserwirtschaft aus. Durch mehrfache Nutzung von Gewässern wie etwa dem Rhein als Naherholungsraum, Schifffahrtsweg, Vorfluter für gereinigtes Abwasser und Wasserressource in Form von Uferfiltrat für die Trinkwasserversorgung, sind ganzheitliche Lösungsstrategien, die die unterschiedlichen Nutzungsansprüche berücksichtigen, erforderlich.

Bislang wird in der universitären Lehre der Klimawandel als große Herausforderung, verbunden mit großen Planungsunsicherheiten, begriffen und gelehrt. Lösungen werden jedoch nicht auf strategischer Ebene in die Lehre mit eingebunden, sondern isoliert und fallspezifisch betrachtet.

Ziel des geplanten Vorhabens ist es, mittels geeigneter digitaler Lerneinheiten den Studierenden in der Siedlungswasserwirtschaft angemessene Strategien zur Anpassung an den Klimawandel zielgruppenorientiert zu lehren. Die Lerninhalte, welche auf den Grundlagenmodulen der Siedlungswasserwirtschaft aufbauen, werden in einem digitalen Vorlesungsformat (z. B. Video kombiniert mit animierten Vorlesungsfolien) etwa als Download angeboten. Dies ermöglicht Studierenden eine innovative, zeit- und ortsflexible, selbstdefinierte Bildungsmöglichkeit zu nutzen und somit für eine zunehmend digital vernetze Arbeits- und Bildungswelt vorbereitet zu sein.

Hierfür werden aus den unterschiedlichen Teildisziplinen (Trink)Wasserversorgung, Siedlungshydrologie und -entwässerung, Abwasserreinigung und Wasserrecycling, Industriewasserwirtschaft und Gewässergütewirtschaft klimarelevante Aspekte mittels übergreifender Inhalte verknüpft und vertieft. Insbesondere die Risikoanalyse und -bewertung einzelner Anpassungsmaßnahmen auf verschiedene Teildisziplinen werden in den Vordergrund gestellt. Dadurch wird das ganzheitliche, lösungsorientierte Verständnis der ineinandergreifenden Wirkungsketten gestärkt. Somit werden die Studierenden befähigt, Auswirkung der Klimafolgenanpassungsstrategien über die entsprechenden Teildisziplinen hinaus zu erkennen, zu bewerten und ganzheitliche Lösungen zu finden. Damit verbundene Chancen und Risiken werden methodisch analysiert und bewertet. Zudem müssen diese Strategien sowohl im Neubau, aber vor allem im Bestand praktikabel sein und somit Transformationsprozesse mit abgebildet werden.

Laufzeit:

September 2023 – August 2024

Partner:

Universität Stuttgart:

ISWA - Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft (Koordination)

ZIRIUS - Zentrum für Interdisziplinäre Risiko- und Innovationsforschung

Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU):

rewa – Fachgebiet Ressourceneffiziente Abwasserbehandlung

SiWaWi – Fachgebiet Siedlungswasserwirtschaft

Förderkennzeichen:

67DAS291A

Förderung durch:

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz

Projektträger:

Zukunft Umwelt Gesellschaft (ZUG) gGmbH – Förderung von Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels (DAS)

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